Geschichte

Mandel - „Mannendal“ - wurde erstmals im Jahre 962 als Reichslehen des Klosters St. Maximin bei Trier in einer (gefälschten) Urkunde Kaiser Otto I. genannt. Als Vögte zur Verwaltung des Besitzes in Mandel waren vom Kloster die Wild- und Rheingrafen eingesetzt. Eine Kirche, die wohl dem Hl. Maximin geweiht war, wurde 1140 erstmals in einer Urkunde Papst Innocenz II. erwähnt. Unabhängig vom Maximiner Besitz hatte 1196 der Reichsministeriale Werner von Bolanden die Gerichtsbarkeit, den Kirchensatz und den Zehnt vom Reich zu Lehen. In der Folge gingen, getrennt von der Gerichtsbarkeit, der Kirchensatz und der Zehnt an die Erben der Bolander über, die Grafen von Sponheim-Dannenfels und die Fürsten von Nassau-Saarbrücken. Die Grafen von Sponheim gaben ihren Anteil am Kirchensatz als Lehen an ihre Ministerialen weiter - 1370 an Ritter Heinrich Zymar von Sponheim, genannt von Mannendal. Grundbesitz in Mandel gehörte auch zur Grundausstattung des von den Sponheimer Grafen gestifteten Klosters in Sponheim. 

Im Jahre 1439 tauchte die Ortsherrschaft über Mandel als Besitz der Familie von Dalberg, den Kämmerern von Worms, auf. Sie übertrugen das Dorf als Lehen an die Familie von Koppenstein. Die Koppensteiner entstammten einer unehelichen Verbindung des Grafen Johann II. von Sponheim-Kreuznach mit der Tochter einer seiner Burgmannen. Diese Nebenlinie der Sponheimer nannte sich nach ihrer Burg Koppenstein im Hunsrück. Als Ritter, Geistliche oder Amtleute bis hin zum Sachsen-Coburg-Meiningischen Obermarschall waren sie im Dienste verschiedener Territorialherren tätig, auch der Grafen von Sponheim. Die Familie der Koppensteiner teilte sich in die (katholische) Kirchberger Linie und die (lutherische) Mandeler Linie. Das Dorf Mandel befand sich aber im Besitz aller Familienmitglieder. Verwaltungssitz und teilweise auch Wohnsitz war das von den Koppensteinern errichtete Schloß.

Die Koppensteiner trugen von Nassau-Saarbrücken eine Hälfte des Zehnt zu Lehen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der lutherische Glaube im Dorf eingeführt. In der alten Kirche fanden mehrere Mitglieder der Koppensteiner Familie ihre letzte Ruhestätte. Die noch heute erhaltene Grabplatte des Michael von Koppenstein aus dem 16. Jahrhundert gibt Zeugnis davon. Als mit Jacob Adolf von Koppenstein im Jahre 1768 die Familie der Koppensteiner ausstarb, fiel das Dorf Mandel an die Lehensherren, die Freiherren von Dalberg, zurück. Diese verkauften 1786 das Dorf mit allen Rechten an den Reichsgrafen Carl-August von Bretzenheim. 1801 wurde mit dem Vertrag von Luneville auch Mandel nach der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen in den französischen Staat eingegliedert. Seit 1815 war Mandel Teil des preußischen Staates und wurde namensgebend für die preußische Bürgermeisterei Mandel-Hüffelsheim.